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2007-01-15: Schüler sprayen Grafitti


Initiiert wurden die bemerkenswert hübschen Graffitis von der Lehrervikarin und Künstlerin Petra Zbinden. Sie unterrichtete von Oktober bis Dezember 06 in Ossingen an den 1. und 2. Klassen. Nachdem Frau Zbinden grünes Licht für ihr Projekt erhalten hatte, begann sie mit den Vorbereitungen im Zeichenunterricht. Es wurden viele Sujets zu den Themen „Feuer“ und „Wasser“ entworfen. Auf grossen Spanplatten durften die ersten Sprayversuche unternommen werden. Dabei zeigte die Lehrerin beispielsweise, dass Konturen umso schärfer werden, je näher man mit der Spraydose an der Wand sprayt. Wir fühlen uns wohl…

„Wir fühlen uns wohl. Unsere Schulanlagen sind zweckmässig, farbig und anregend.“ So steht es im Leitbild der Sekundarschule Ossingen-Truttikon. Wir alle wissen, dass dieser Zustand nicht immer und vollumfänglich zutrifft und mehr als Ziel denn als Feststellung zu verstehen ist.

Kurz vor Weihnachten jedoch, hatte ein Vorübergehender bestimmt den Eindruck, dass der Ist-Zustand mit dem Leitbild übereinstimmt: da fühlen sich Jugendliche und Lehrkräfte wohl! Beim neuen Fahrradunterstand schien gefeiert zu werden: da waren viele fröhliche und aktive Jugendliche auszumachen, Musik aus einem Kassettenrekorder, es roch nach Spraydosen …. eine Klasse war daran, graue Wände jugendgerecht zu verzieren.

Es machte grossen Spass, sich als Spraykünstler zu versuchen! Gleichzeitig wurde den Jugendlichen auch bewusst gemacht, dass das Sprayen auf öffentlichen Einrichtungen verboten ist und jedem, der dabei erwischt wird, Bussen und Schadenersatzforderungen drohen. Umso mehr schätzten die Schüler und Schülerinnen, dies einmal ganz legal tun zu dürfen.

Kurz vor Weihnachten kam der grosse Augenblick: Sprayen im Velounterstand! Die rechte Seite des Bildes zum Thema „Feuer“ gestaltete die erste Klasse der Sekundarschule. Auf der „Wasserseite“ war die zweite Klasse im Einsatz. Trotz Kälte war es ein einmaliges Erlebnis, die Schulumgebung nach eigenem Gefallen mitgestalten zu können.
Frau Zbinden wurde von zwei erfahrenen Künstler-Kollegen in ihrem Projekt unterstützt. Zu dritt verliehen sie dem Bild den letzten Schliff und gestalteten den Menschen in der Mitte zwischen Feuer und Wasser. Ganz bestimmt leistet diese fröhliche bunte Wand einen Beitrag zum Wohlfühlen. Bei der Arbeit jedenfalls kam wirkliche Weihnachtsstimmung auf!

Beatrice Müller, 12.1.2007